ESH-Technologie

 

Kurzüberblick

Der Elektronenbeschleuniger erzeugt über eine Kathode Elektronen, welche negativ geladen sind. Diese werden durch ein positiv geladenes Gitter gelenkt und im Vakuum beschleunigt. Anschließend treten die Elektronen durch eine nur wenige µm dicke Titanfolie aus und treffen auf das zu bestrahlende Material.

 

Durch das Austreten aus dem Vakuum in die Luftatmosphäre verlangsamen sich die Elektronen (Bremsstrahlung). Dabei entstehen Röntgenstrahlen, die durch eine Bleiabschirmung um die ESH-Anlage und das zu bestrahlende Material abgeschirmt werden. So treffen die Elektronen auf das Material und vernetzen dieses.

 

Die dabei im Lack enstehende Reaktion nennt sich Kettenpolymerisation, welche wie folgt funktioniert:

 

Bei einer Kettenpolymerisation reagieren gleichartige und/oder unterschiedliche Monomere zu Polymeren. Dabei reagieren Radikale, kleine Teilchen, die ein ungepaartes („freies“) Elektron haben. Bei einer Startreaktion, der Initiation, bilden sich Radikale, welche dann auf der Suche nach freien Elektronen sind. Dabei werden C=C-Doppelbindungen aufgebrochen und durch ein Radikal an sich gebunden.

Doch auch bei dieser Reaktion bleibt ein ungepaartes Elektron übrig, das sich dann erneut ein anderes freies Elektron sucht (Kettenreaktion). Mehrere Monomere verbinden sich so zu Polymeren. Diese Kettenreaktion reagiert von alleine ab (exotherme Reaktion). Es bilden sich keine Nebenstoffe, welche Abgespalten werden. Dieser Vorgang reagiert dann aus, wenn keine weiteren ungepaarten Elektronen mehr vorhanden sind. Diese Kettenpolymerisation läuft in Millisekunden ab und ist danach nicht mehr veränderbar.

 

Die Besonderheit der ESH-Technologie im Gegensatz zu UV ist, dass der Elektronenbeschuss, welcher die Initiation startet, nicht nur ein µm tief eindringt, sondern bis zu 300µm tief in das Produkt eindringen kann. So werden auch dickere Schichten voll vernetzt. Des Weiteren besteht der Lack aus einem 100%-System, dass Formaldehyd- und Lösemittelfrei ist. Es werden keine Photoinitiatoren benötigt, die im späteren Lebenszyklus des Produktes als stechender Geruch austreten.